Das Stöhnen und Maulen generveter Interwebz-User_innen darüber, dass ein weiteres Antifa-Blog das Licht des World Wide Web erblickt, wird den Autor nicht davon abbringen, hier über aktuelle Geschehnisse in und um die schweizer Neonazi-Szene, und auch über alles was sonst beschiszen ist, zu berichten.

Die Ideologie einer homogenen Volksgemeinschaft sitzt tief in der bürgerlichen Mitte. Selbst wenn diese sich nach auszen hin von rechtsradikalen Kreisen abzugrenzen versucht, hat die Geschichte gezeigt, dass im Zweifelsfalle sie sich niemals für die Vernunft entscheidet. Die Angst vor der Zersetzung der eigenen Gemeinschaft gleicher durch fremde Mächte ist vorhanden, und nun ergibt sich, – nicht zuletzt durch Akteure wie Thilo Sarrazin – für viele die Gelegenheit, endlich „die Wahrheit zu sagen“ und ihren Worten Taten folgen zu lassen. Etablierte Parteien bewegen sich mehr nach rechts und es ist eine allgemeine Tendenz zur Toleranz rechtsradikaler Gesinnung und der darauf folgenden Gewalt zu erkennen. Wieder wird Hetze gegen alles betrieben, was Fremd und/oder unerwünscht ist; Randständige, Ausländer_innen, Arbeitslose, Andersdenkende. Ein solches Menschenbild ist der Grundstein für Faschismus, welcher vor nicht allzu langer Zeit für sechs millionen Menschen den Tod in der Gaskammer zur Folge hatte und die halbe Welt ins Chaos stürzte. Auf diesem Fundament basiert die neonazistische Logik; vernichten, was nicht dem „Volkskörper“ dient oder diesen „zerstören will“. Und das Problem besteht nicht nur in der „normalen“ Gesellschaft; der braune Mob hat es geschafft, dass eine Menge Leute in verschiedenen Subkulturen ihren Antifaschismus nur noch nach auszen tragen, wenn das Umfeld es „verlangt“ und sie diesen bei der ersten Gelegenheit unter den Tisch kehren, um nirgends anzuecken. Feuchtfröhlich wird mit rechten und rechtsoffenem Gesindel geliebäugelt, es werden Konzerte mit fragwürdigen Bands organisiert und beim Fuszball interessiert die Gesinnung des Menschen aufm Nachbarsitz ja sowieso keine_n. Hauptsache das gemeinsame Biersaufen gelingt. Wenn solche Strukturen sich in verschiedenen Szenen breitmachen können, gibt es keine Subkultur mehr, welche diesen Namen verdient.

Gerade deswegen verwundert es, dass in Sachen vernetzter antifaschistischer Arbeit in der Schweiz in den letzten Jahren nicht viel gelaufen ist; solche Umstände müssen erkannt, die Probleme benannt & konkret etwas dagegen unternommen werden.

Kein Fuszbreit dem Faschismus. Nicht heute, nicht morgen, und nie wieder!